Pura Vida!

Zwischen Atlantik und Pazifik
 

Meta





 

Beobachtungen

1. Religion: Die Kirche als Institution ist in Costa Rica stark verankert, natürlich überwiegend die katholische. Ich weiß nicht, ob es wirklich mehr Kirchen gibt oder ob das nur meine Wahrnehmung ist, weil ich darauf achte. Unübersehbar ist allerdings, dass deutlich mehr Menschen meinesbUmfelds regelmäßig mehrmals die Woche zur Kirche gehen. In diesem Zusammenhang ist mir allerdings auch eine gewisse Doppelmoral aufgefallen. Wie schon erwähnt ist es übluch regelmäßig in die Kirche zu gehen, ebenso jedem Gottes Segen zu wünschen, wenn manvsich trennt oder sich zu gekreuzigten wenn man entweder eine Kirche passiert oder eine Reise antritt. Auf der anderen Seite ist mir aufgefallen, dass Menschen jeglicher Generation ihren Unmut zu irgendetwas gerne mit "hijo de puta" = "Hurensohn" zum Ausdruck bringen. Ist irgendwie amüsant wenn meine über 80 jährige Omi das sagt :p Außerdem habe ich das Gefühl, dass mir ungewöhnlich viele (junge) unverheiratete Mütter begegnet sind in einem Land, was sagt, dass es so katholisch ist. Und das kann man wohl nicht darauf zurück führen, dass es keine Verhütungsmittel zu kaufen gibt. Kondome sind zwar teuer, aber die Anti-Baby-Pillen kann man zum ungefähr gleichen Preis in Apotheken kaufen. Ein Rezept wird sogar nur beim ersten Mal benötigt. Dabei frasge ich mich schon wie diese Babys gezeugt wurden, denn, dass der Freund bei seiner Freundin übernachtet bzw. die Tür geschlossen wird, wenn er zu Besuch ist, ist undenkbar. Und das nicht nur bei Minderjährigen. Solange man im Haus seiner Eltern lebt ist das eine Frage des Respekts. 2. Unpünktlichkeit der Latinos: halte ich in Costa Rica für ein Gerücht! 3. Familie: Die Familien hier erwecken auf jeden Fall den Eindruck näher beieinander zu stehen. Sowohl emotional in Sinne von Familien Aktivitäten und -Sinn, als auch local. Es ist typisch, dass die Familienmitglieder dicht beieinander wohnen. 4. Verkehr: Ich habe festgestellt, dass es erstaunlich viele Verkehrsschilder gibt im Vergleich zu anderen (südamerikanischen) Ländern. Allerdings werden Verkehrsregeln nicht sehr ernst genommen. Z.B. überholt alle Welt rechts oder links wie es gerade passt, als ich nachfragte, ob es erlaubt sei rechts vorbei zu fahren sagte man mir "eigentlich nicht". Nachtrag: Busfahrten ist, vor allem im Vergleich zu Deutschland, extrem günstig! Eine ca. 15 minütige Fahrt von mir in das Stadtzentrum kostet 325Colones. Das sind umgerechnet keine 0,50€. Für eine Fahrt vom Stadtzentrum nach z.B. San José (ca. 3Std.) werden 3225Colones berechnet, das sind keine 5€. Mehr und mehr ist mir aufgefallen, dass an fast jedem Fahrzeug ein Schildmit der Aufschrift "se vende/zu verkaufen" klebt. 5. Uniformen: Sowohl in der Schule, als auch auf den meisten Arbeitsplätzen ist es üblich eine Uniform zu tragen. Weshalb ich mich schon vor einiger Zeit dazu entschlossen habe mir auch die passende Klamotte schneidern zu lassen, natürlich in Farben meiner Wahl. Wenn man morgens oder nachmittags zur Stoßzeit Bus fährt trägt die Mehrheit der Fahrgäste Uniform. 6. Fußball: Das ganze Land ist (fast außnahmslos) Fußballverrückt! Oder vielleicht ist Sport besessen das bessere Wort. Hoch im Rennen sind Fußball, Tennis, amerikanischer Football und teilweise auch Basketball. Sobald Fußball läuft sieht man nur vereinzelte Menschen auf der Straße, wenn ein Tor fällt kann man es nicht über hören, weil 1. eins langgezogenes " goooooooooooooooooaaaaaaaaaaallllllll......" durch die Fernweh laut Sprecher schallt und 2. von Jubelschreien, Klatschen und Pfeifen begleitet wird. Sehr amüsant zu beobachten Des weiteren ist es für die ticos schwer zu begreifen, dass eine Deutsche, die dieses Jahr Weltmeister geworden ist, sich ungefähr gar nichts aus Fußball macht :p 8. Insekten: sind hier schrecklich! Es sticht oder beißt gefühlt alles und im Gegensatz zu den europäischen Insekten, die mich im wahrsten Sinne des Wortes wenig jucken, tun die hier es um so mehr. Ich reagiere tierisch allergisch auf jeden Stich. Vor allem zu Beginn machte sich das durch oberirdisches Anschwellen, heiß sein und weh tun bemerkbar. Mittlerweile bekomme ich keine "Elefantenfüße" mehr, aber es wird immer doch deutlich mehr dick und juckt wie Schxxxe. Jeder Stich wird dann zu einem leichten blauen Fleck und verschwindet. Das es nicht mehr so schlimm ist liegt evt. daran, dass mich meine Familie dazu "genötigt" hat Antiallergikatabletten zu schlucken, als mein Fuß so angeschwollen war, dass ich gerade noch FliFlops tragen konnte. Naja ich habe ebenfalls eine Allergikasalbe die anscheinend wirkt 7. Sonstiges: Jegliche Leitungen laufen oberirdisch. Fernseher in so gut wie jedem Raum, ebenfalls in Restaurants und Bars. Nachtrag zum Essen : Wenn mit Messer und Gabel gegessen wird, dann wird das Besteck genau andersrum gehalten als wir es in Deutschland üblicherweise tun. Also Gabel rechts und Messer links. Nachtrag! 8. Machismo: Ich muss vorweg nehmen, dass ich mich dahin gehend schon auf weiter gehende Ausmaße eingestellt hatte und froh bin, dass diese Befürchtung nicht bestätigt wurde. Frauen und Männer sind grundsätzlich gleichberechtigt. Wo man bzw. ich jedoch deutlich einen Rollenunterschied festgestellt habe ist im Haushalt. Männer in der Küche, außer zum Essen, ist eine Fehlanzeige. Die komplette Hausarbeit erledigen die Frauen. Zu meinen erschrecken musste ich sogar manchmal feststellen, dass sich noch nicht mals bedank wird, sondern einfach als selbstverständlich angesehen wird. Traurig finde ich das! Allerdings habe ich auch einen Wandel bemerkt. Ein Paradebeispiel ist der Ehemann meiner ältesten Schwester. Wenn sie kocht spült er und er macht auch mit sauber bzw. räumt seine Sachen selbst weg. Das gefällt mir und ich hoffe, dass sich dieser Trend weiter verbreitet So viel erstmal, ich ergänze bei Gelegenheit. Happy drei Monate in Costa Rica Liebe Grüße und Pura vida!

14.11.14 17:46

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