Pura Vida!

Zwischen Atlantik und Pazifik
 
 

Mein Name, Essen und Regen

Svenja zu sagen ist hier so gut wie unmöglich! :D Werde ich nach meinem Namen gefragt und antworte ist die standart Reaktion ein verwirrter Gesichtsausdruck und ein fragender Blick. Ich wiederhole also geduldig und verständnisvoll meinen Namen und bekomme stolz zur Antwort "Esbenya". Die Kinder auf der Arbeit können es sich kaum merken und wenn doch, dann nur " Esben" In meiner Familie werde ich nur noch "Vengy" genannt, aber das ist irgendwie süß, weil sie sich sonst alle ständig die Zunge brechen würden. Der kleine 3jährige Sohn meines Cousins ruft mich einfach nur "Amiga" weil es so schwierig ist. Essen. Natürlich war mir total bewusst, dass das Essen sehr anders aussehen würde als ich es gewohnt bin. Das Nationalgericht gallo Pinto (Reis mit Bohnen) -sehr lecker!- hatte ich ja schon erwähnt, generell gibt es zu so gut wie jeder Mahlzeit Reis. Außerdem stehen die Costaricaner sehr auf Koriander :D Dieser ist Bestandteil von allem Mahlzeiten die ich bisher probiert habe, außer Tortillas. Gott sei dank finde ich Koriander ziemlich lecker und störe mich kein bisschen daran. Brot wird hier echt nur sehr wenig gegessen und wenn natürlich nur weißes! Stattdessen werden sehr viele galettas, Keckse ähnlich wie Tuckkeckse, gegessen. Zum Frühstück, wenn es nicht gallo Pinto oder Tortillas mit Rührei gibt, oder zum Kaffee, welcher mehr oder weniger das Abendbrot ablöst. Was tatsächlich total anders ist als zu Hause sind die Essgewohnheiten. Zum Frühstück und zum Kaffee ist es nicht üblich, dass jeder einen Teller und ein Messer bekommt, es ist mehr wie bei den Pfadfindern, dass einige Messer für alle auf dem Tisch liegen, ich fühle mich also sehr heimisch damit Außerdem scheinen die ticos, zu mindestens die die ich bisher kennen lernen durfte, es zu bevorzugen aus Schälchen mit Löffeln zu essen und alles zu vermischen. Und wir haben uns auf der Finca über den recht trockenen Reis beschwert und Soße vermisst :D Und ich wurde des öfteren schon etwas schräg von der Seite angeschaut wenn ich mit Messer und Gabel oder wahlweise Löffel und Gabel gegessen habe. Natürlich gibt es hier auch eine 100x größere Auswahle an Früchten, die viel besser schmecken als bei uns. Ich liebe die Früchte und vor allem die mamone, eine Frucht die der Litschi sehr ähnlich ist, und die Ananas! Zum Essen muss ich noch hinzufügen, dass vor allem Getränke, Süßspeisen und Süßigkeiten so dermaßen überzuckert sind für meinen Geschmack, dass ich sie entweder nicht esse/trinke oder sehr großzügig verdünne. Salz dagegen wird zu meinem Bedauern nur sehr sparsam eingesetzt, weil es ungesund ist in großen Mengen. Jedes Mal wenn ich mein Essen nachsalze bekomme ich von irgendwem einen vorwurfsvollen Blick zugeworfen. Das ich vieles aber einfach zu süß finde kann dagegen niemand verstehen :p Regen. Wir oder besser ich befinde mich gerade in der Regenzeit. Costa Rica hat keine Jahreszeiten wie wir sie aus Europa kennen, sondern unterteilt das Jahr in Regen- und Trockenzeit. Es regnet hier also täglich, ab ca. 2Uhr nachmittags. Spätestens zu meinem Feierabend schüttet und gewittert es meistens. Ein Grund warum meine erste Anschaffung hier ein wunderschöner brauner Regenschirm mit weißen Punkten war. Wenn es hier regnet tut es das selten dezent. So ein Aquaplaning hab ich noch nie gesehen! Das erklärt jedoch die ungelogen bestimmt nen halben Meter tiefen spitz zulaufenden Gräben rechts und links neben den Straßen. Diese sind nämlich brechenden voll und erscheinen eher wie Flüsse, sobald der Himmel seine Schleusen öffnet. Zwischendurch wird der Graben dann von einem großen schwarzen Loch unterbrochen in welches das Wasser, ungehindert durch ein ja auch völlig über flüssiges Gitter o.ä. , herabstürzen kann. Durch ein solches Loch könnte problemlos ein erwachsener Mensch rutschen, was mir am Anfang irgendwie Angst gemacht hat. Die meisten Dächer sind mit Blech gedeckt, wodurch der Geräuschpegel im Haus auch gleich ein ganz anderer ist wenn es regnet. Mama und Papa wissen jetzt ziemlich genau wovon ich spreche. Wir versuchten zu skypen während eines "Schauers" und wir mussten und fast anschreien, um uns zu verstehen , Nicht nur der Regen sondern auch Gewitter haben hier ein ganz anderes Ausmaß - faszinierend! Es donnert oder blitzt stundenlang auch ohne Regen. Bei Gewitter hatten wir auch schon zwei Mal Stromausfall für bis zu 5 Stunden. Ich habe also andere Erfahrungen in vielen Dingen gemacht als in Deutschland, aber nichts desto trotz gefällt es mir hier ganz hervorragend und ich fühle mich pudelwohl in dem Land und mit meiner großartigen und herzlichen Familie! Und ich will diese und hoffentlich noch viele weitere Erfashrungen auf keinen Fall missen, weil sonst wärs ja langweilig. Ich möchte nur zur Sicherheit und abschließend nochmals darauf aufmerksam machen, dass das alles meine persönlichen Erfahrungen sind, andere bestimmt andere Eindrücke haben oder hatten und, dass ich hier nichts verallgemeinern möchte.

4.8.14 17:14

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Elke (7.9.14 11:38)
Hallo es ist schön etwas von dir zu lesen ,das es dir gut geht und du eine gute Gastfamilie bekommen hast.Ich wünsche dir noch ganz viele neue Eindrücke und Erfahrungen. kussi


Paps (15.9.14 22:06)
Hallo Svenne, Handy oder Jaja oder wie immer du auch sonst noch heißen magst ...... Eine Idee für die Aussprache deines Namens: schreib ihn doch einfach mal spanisch auf: Sbenlla?? ich wäre echt gespannt, wie sie das aussprechen.


(1.10.14 15:54)
Ich hab das tatsächlich schon recht schnell versucht so aufzuschreiben wie sie es sprechen würden, aber das hatte auch nicht richtig geholfen. Mittlerweile haben sie aber alle gelernt und können es ganz gut aussprechen, sogar Thomas, der kleine Sohn meines Cousins

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